Chronometer vs. Chronograph

Ein Chronograph ist eine Uhr mit einer zusätzlichen Stoppfunktion (erkennbar an den Drückern am Gehäuse), während ein Chronometer eine Uhr ist, deren Uhrwerk auf extreme Präzision geprüft und offiziell zertifiziert wurde.

Der Chronograph beschreibt eine Funktion (Stoppuhr), der Chronometer ein Qualitätsmerkmal (Ganggenauigkeit).

Entdecken Sie die Unterschiede zwischen einem Chronometer und einem Chronograph im Detail in unserem Artikel.

Definition eines Chronometers

Die Definition eines Chronometers ist streng reglementiert und beschreibt eine Uhr, deren Uhrwerk eine außergewöhnlich hohe Ganggenauigkeit aufweist, die durch eine neutrale Prüfstelle in einem standardisierten Verfahren zertifiziert wurde.

Hier sind die entscheidenden Kriterien der Definition:

1. Die Zertifizierung (Das Siegel)

Ein Zeitmesser darf sich nur dann „Chronometer“ nennen, wenn er eine offizielle Prüfung bestanden hat. In der Schweiz ist dafür die COSC (Contrôle Officiel Suisse des Chronomètres) zuständig. Ohne dieses Zertifikat ist die Bezeichnung (besonders bei Schweizer Uhren) rechtlich nicht zulässig.

2. Die Prüfkriterien

Das Uhrwerk wird über 15 Tage in:

  • 5 verschiedenen Lagen (z. B. Krone oben, Zifferblatt unten) und
  • 3 verschiedenen Temperaturen (8°C, 23°C und 38°C) getestet.

3. Die Toleranzgrenzen (Präzision)

Damit ein mechanisches Werk das Zertifikat erhält, darf die durchschnittliche tägliche Abweichung lediglich zwischen -4 und +6 Sekunden liegen. Zum Vergleich: Eine Standard-Automatik ohne Zertifikat weicht oft 10 bis 30 Sekunden pro Tag ab.

Die DIN 8319 im Vergleich zur COSC-Prüfung

Die DIN 8319 ist das deutsche Pendant zur Schweizer COSC-Prüfung. Sie legt die strengen Kriterien fest, die eine Armbanduhr erfüllen muss, um in Deutschland offiziell als Chronometer bezeichnet zu werden.

Hier sind die wichtigsten Fakten kurz zusammengefasst:

  • Prüfstelle: Die Tests werden in der Sternwarte Glashütte (Sachsen) durchgeführt. Nur Uhren, deren Endmontage in Glashütte erfolgte, werden dort zertifiziert.
  • Das Verfahren: Wie in der Schweiz wird das Uhrwerk über 15 Tage in 5 verschiedenen Lagen und bei 3 Temperaturen (8°C, 23°C, 38°C) geprüft.
  • Der entscheidende Unterschied: Während die Schweizer COSC oft nur das nackte Uhrwerk testet, schreibt die DIN 8319 vor, dass die komplette Uhr (eingeschaltetes Werk im Gehäuse) geprüft wird. Das gilt als praxisnäher, da das Gehäuse die Gangwerte beeinflussen kann.
  • Toleranz: Die erlaubte Gangabweichung liegt (analog zur COSC) bei mechanischen Uhren zwischen -4 und +6 Sekunden pro Tag.

Das Omega Master Chronometer (METAS) Zertifikat

Das METAS-Zertifikat (Master Chronometer) ist aktuell einer der strengsten und anspruchsvollsten Standards in der gesamten Uhrenindustrie. Es wurde von Omega in Zusammenarbeit mit dem Eidgenössischen Institut für Metrologie (METAS) entwickelt.

Man kann es sich als „Chronometer-Prüfung 2.0“ vorstellen, da es weit über die herkömmliche COSC-Zertifizierung hinausgeht.

Die 3 wichtigsten Unterschiede zum normalen Chronometer:

  1. Doppelte Zertifizierung: Eine Uhr erhält das METAS-Siegel erst, wenn das Werk zuvor bereits die COSC-Prüfung bestanden hat. Es ist also eine Zusatzqualifikation.
  2. Extreme Magnetresistenz: Das ist der Clou. Die gesamte Uhr (nicht nur das Werk) wird einem Magnetfeld von 15.000 Gauß ausgesetzt. Zum Vergleich: Ein herkömmlicher Kühlschrankmagnet hat etwa 50 Gauß. Die Uhr muss dabei absolut präzise weiterlaufen.
  3. Prüfung der fertigen Uhr: Während die COSC oft nur das nackte Werk prüft, testet METAS die vollständig montierte Uhr. Das simuliert reale Tragebedingungen (Wasserdichtigkeit, Gangreserve und Präzision bei unterschiedlichen Aufzugszuständen).

Die harten Fakten der METAS-Prüfung:

  • Präzision: Die Abweichung darf nur zwischen 0 und +5 Sekunden pro Tag liegen. Ein Nachgehen (Minusbereich) ist im Gegensatz zum normalen Chronometer nicht erlaubt.
  • Dauer: Die Tests erstrecken sich über 10 Tage in verschiedenen Lagen und Temperaturen.
  • Transparenz: Jeder Besitzer einer Master Chronometer kann die Testergebnisse seiner spezifischen Uhr online über eine ID-Nummer abrufen.

Definition des Chronograph

Die Definition eines Chronographen ist eigentlich ganz simpel: Es handelt sich um eine Uhr mit einer zusätzlichen Stoppuhr-Funktion.

Der Begriff setzt sich aus den griechischen Wörtern chronos (Zeit) und graphein (schreiben) zusammen – historisch betrachtet also ein „Zeitschreiber“.

Hier sind die drei Merkmale, die einen Chronographen definieren:

1. Die Stoppfunktion

Ein Chronograph besitzt einen Mechanismus, mit dem man eine Zeitspanne unabhängig von der laufenden Uhrzeit starten, stoppen und wieder auf Null zurücksetzen kann. Die normale Uhrzeit läuft dabei im Hintergrund unverändert weiter.

2. Die Optik (Drücker & Totalisatoren)

Einen Chronographen erkennst du meist sofort an zwei markanten Details:

  • Die Drücker: Meist befinden sich zwei Knöpfe seitlich am Gehäuse (neben der Krone). Der obere startet/stoppt die Messung, der untere setzt sie zurück.
  • Die Totalisatoren: Das sind die kleinen Hilfszifferblätter („Augen“) auf dem Hauptzifferblatt. Sie zählen die gestoppten Minuten und Stunden (da der große Sekundenzeiger meist nur die Sekunden misst).

3. Die Komplikation

In der Uhrmacherei wird jede Zusatzfunktion, die über die reine Anzeige von Stunde, Minute und Sekunde hinausgeht, als „Komplikation“ bezeichnet. Der Chronograph ist eine der beliebtesten und technisch anspruchsvollsten Komplikationen bei mechanischen Uhren.

Wie ein Chronograph die Zeit misst und stoppt

Ein Chronograph verfügt über zusätzliche Drücker am Gehäuse, die es dem Träger ermöglichen, Start, Stopp und Nullstellung des Zeitmessers zu steuern.

Durch Drücken dieser Knöpfe kann ein Chronograph nicht nur die Zeit messen, sondern auch Zwischenzeiten erfassen – eine nützliche Funktion für Sportler oder Menschen im Alltag, die ihre Zeit effektiv nutzen möchten.

Fazit

Der Unterschied zwischen einem Chronometer und einem Chronographen lässt sich am besten so verstehen: Das eine beschreibt, wie präzise eine Uhr läuft, das andere, was sie zusätzlich kann. Obwohl die Begriffe ähnlich klingen, haben sie völlig unterschiedliche Bedeutungen in der Uhrmacherei.

Ein Chronograph ist eine funktionale Erweiterung einer Uhr. Er ist im Grunde eine Armbanduhr mit eingebauter Stoppuhr. Man erkennt ihn fast immer an den zwei zusätzlichen Drückern am Gehäuserand und den kleinen Hilfszifferblättern. Mit einem Chronographen kannst du Zeitspannen messen (zum Beispiel beim Kochen oder beim Sport), während die eigentliche Uhrzeit im Hintergrund ganz normal weiterläuft. Ein Chronograph ist also eine Zusatzfunktion (eine sogenannte Komplikation).

Ein Chronometer hingegen ist keine Funktion, sondern ein Qualitätssiegel. Es handelt sich um eine Uhr, deren Uhrwerk in aufwendigen Testverfahren (zum Beispiel bei der Schweizer COSC oder nach der deutschen DIN-Norm) auf extreme Ganggenauigkeit geprüft wurde. Ein Chronometer darf pro Tag nur wenige Sekunden vor- oder nachgehen. Das Label „Chronometer“ auf dem Zifferblatt ist rechtlich geschützt und garantiert dem Käufer, dass er ein besonders präzises und hochwertiges Instrument besitzt.

FAQs

Kann eine Uhr sowohl ein Chronograph als auch ein Chronometer sein?

Ja, das ist sogar bei vielen Luxusuhren der Fall. Wenn eine Uhr eine Stoppfunktion besitzt (Chronograph) und deren Uhrwerk zusätzlich ein offizielles Präzisionszertifikat (z. B. von der COSC) erhalten hat (Chronometer), vereint sie beide Eigenschaften. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist die Rolex Daytona.

Ist ein Chronometer immer teurer als ein Chronograph?

Nicht zwangsläufig. Ein einfacher Quarz-Chronograph kann sehr günstig sein, während ein mechanischer Chronometer aufgrund der aufwendigen Prüfung und Regulierung meist im höheren Preissegment liegt. Da „Chronometer“ jedoch ein geschütztes Qualitätssiegel ist, sind diese Uhren in der Regel teurer als Standardmodelle ohne Zertifikat.

Woran erkenne ich einen Chronographen auf den ersten Blick?

Einen Chronographen erkennst du meist an den zusätzlichen Drückern am Gehäuse (oberhalb und unterhalb der Krone) sowie den kleinen Hilfszifferblättern (Totalisatoren) auf dem Hauptzifferblatt, die die gestoppten Minuten und Stunden anzeigen.

Garantiert ein Chronometer lebenslange Genauigkeit?

Nein. Ein Chronometer-Zertifikat ist eine Momentaufnahme zum Zeitpunkt der Prüfung. Da mechanische Öle verharzen und Bauteile verschleißen können, muss auch ein Chronometer alle paar Jahre gewartet (revidiert) werden, um seine extreme Ganggenauigkeit beizubehalten.

Was bedeutet die Aufschrift „Chronometer“ auf dem Zifferblatt?

Diese Aufschrift ist rechtlich geschützt. Sie darf nur verwendet werden, wenn die Uhr eine strenge Prüfung (meist durch die Schweizer COSC) bestanden hat, bei der das Werk über 15 Tage in verschiedenen Lagen und Temperaturen auf seine Präzision getestet wurde.

Foto: Depositphotos.com @ ersler

By Wolfgang Bartl

Ing. Wolfgang Bartl ist nicht nur ein Kenner der Uhrenszene, sondern ein Enthusiast der ersten Stunde, der die Entwicklung des digitalen Uhrenjournalismus im deutschsprachigen Raum aktiv mitgeprägt hat.

Wolfgang Bartl verbindet technisches Know-how mit der Liebe zum Detail. Als Ingenieur blickt er mit einem besonderen Auge auf die Mechanik, die Präzision und die Verarbeitung von Zeitmessern – egal, ob es sich um eine hochkomplexe Luxusuhr oder eine ikonische Swatch für Sammler handelt.

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